Suspension Sunday

strahlender Sonnenschein auf dem Weg nach Niederbayern. Schon zu einer unchristlichen Zeit, vulgo 08:00h morgens, machen wir uns auf den Weg nach Altreichenau. Diana Auerbach von Morpheus Tattoo und Martin Kraus, ein in ganz Europa taetiger BodMod Artist, haben eingeladen zum Suspension Sunday.

Was eine Suspension ist, wurde bereits in kurzen Worten erklaert, heute gibt es dazu noch ein paar Bilder mehr… und noch ein bisschen Hintergrundinfos.

Vorab der Disclaimer .. der vor allem fuer Menschen gilt, denen auch „Folie vor dem Verzehr entfernen“ auf Pizzaschachteln gewidmet ist:

"Do not try this at home .. unless you know what you are doing"

Die menschliche Haut ist unglaublich belastbar. Aus diesem Grund ist es problemlos moeglich, dass ein erwachsener Mensch sich an 2 – 4 Haken, die durch seine Haut gestochen werden, aufhaengen lassen kann und er so an Seilen von der Decke haengt. Selbstverstaendlich muss man genau wissen, wo und wie man diese Haken anbringt und dass die Wundversorgung und „Aftercare“ wichtige Punkte sind. Da sich die Haut durch den Zug abloest, kann es zu Luftpolstern unter der Haut kommen, die nach der Suspension wieder ausmassiert werden. Auch koennen, je nach Belastung, kleine Risse entstehen.

Wir hatten also die Moeglichkeit uns einen ganzen Sonntag lang mit dem Thema zu befassen, Fragen zu stellen und das Prozedere aus der Naehe zu betrachten. Waehrend auf Conventions der Moment des „Fliegens“ der Dreh- und Angelpunkt ist, steht uns hier sowohl die Vorbereitung, die Nachsorge und das Miterleben zur Verfuegung.

Das massieren der Haut und das anschliessende anbringen der Haken ist spektakulaer anzusehen, gleichwohl nicht sonderlich schmerzhaft, da waren sich alle Probanden einig. Auch das Abheben vom Boden, das Schweben oder Fliegen, ist keine Angelegenheit, die wirklich Schmerzen bereitet. Es ist ein unglaubliches, nicht in Worte zu fassendes Gefuehl. Vermutlich muss man dafuer „suspensionierendes Feeling“ erfinden.

Wenn man sich die Bilder genauer ansieht, spiegelt es sehr schoen wider, was die Teilnehmer erklaerten. Erst ein wenig Angst, dann ein ungewohntes Ziehen und dann die Unglaeubigkeit, die Erleichterung, das Adrenalin und die Freude.

Neben „alten Hasen“ waren auch „Firsttimer“ dabei. Jeder hat sein eigenes Tempo beim aufsteigen und es spielt keine Rolle ob jemand geschwind emporgehoben werden moechte, sich 10 min Zeit nehmen oder das Seil und den Zug selber kontrollieren will. Hier steht im Vordergrund, dass jeder selber am besten weiss, wo seine Grenzen sind und wie und wann er diese ausloten moechte.

Das gemuetliche, freundliche Miteinander und die Offenheit der Teilnehmer und Veranstalter machten den Sonntag zu einem wundervollen Ereignis und spaet abends, nachdem die Sonne im verschneiten Altreichenau bereits untergangen war, der Eisregen und der Nebel die Umgebung in surreales Licht tauchte, sassen alle noch gemuetlich zusammen um bei Schnitzel und Hopfenkaltschale den Tag Revue passieren zu lassen. Irgendwie familaer.

 

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