Bunter Mai…

wo geht man denn im Mai 2015 hin? Und wann? Und warum?

Die Entscheidung faellt bei mir, allein wegen der geographischen Naehe vermutlich auf Muenchen. Auch wenn ich zuletzt irgendwann um die Jahrtausendwende dort war und eigentlich  nicht so begeistert durch die Halle wanderte. Mal sehen was die Messe in Muenchen diesmal kann. Hier also ein Auszug der Tattoo & Piercing Conventions im Mai. Vielleicht sieht man sich ja…

01.-03. Mai 2015 Tattoo & Piercing Show München / Facebook
02.-03. Mai 2015 Freiburg Tattoo Weekend
02.-03. Mai 2015 Tattoo Giants Pirmasens
08.-10. Mai 2015 Flensburg Tattoo Convention
09.-10. Mai 2015 Tattoo Expo Magdeburg
09.-10. Mai 2015 Tattoo Convention Erfurt
09.-10. Mai 2015 Ink Style Villingen/Schw
16.-17. Mai 2015 Tattoo Convention Bamberg
30.-31. Mai 2015 Tattoo Messe Ingolstadt (facebook)

Homegrown

eine der schlechtesten Ideen, gleichwohl eine der reizvollsten Ideen. Tattoo einfach mal selber machen. Sicher, ne Gluehbirne wechselt auch jeder selber, einen Anlasser oder Bremsen, da laesst man meist lieber den Fachmann ran. Nun ist taetowieren irgendwo zwischen malen und Zylinderkopf honen. Die Theorie ist bekannt, die Praxis meist mangels Testobjekt oder Respekt vor dem zu erwartenden Ergebnis, dem Fachmann (oder der Fachfrau) ueberlassen. Ich google z.B. leidenschaftlich gerne Symptome, habe dann meist Krebs oder Lungenembolie, beim Arzt stellt es sich dann als ein quersitzender Furz heraus, die vorherige Suche im Netz bereue ich aber nicht.

Das hat mit taetowieren nun genau *was* zu tun?

Da ich seit bald 30 Jahren mehr oder minder hohe Qualitaet in meine Haut pieksen lasse aber ueber ein mit dem Zirkel gestochenes kleines Kreuzlein, das nun unter einem Koi begraben liegt, nie selber versuchte Tinte einzubringen, wollte ich „selber ran“.

Gleich vorweg, Ja der Stormtrooper ist als DotWork gedacht gewesen und das aus 2 Gruenden. 1. Ich kann keine gerade Linie ziehen, schon gar nicht mit einer Taetowiermaschine, 2. ich muss im Katastrophenfall einen Fachmann das schlimmste verhindern lassen, daher siehe 1.

Marco, der Mensch, der mir die Unterarme aktuell verziert, war so nett mich ne Stunde unter Aufsicht (und dummen Spruechen) an meiner Wade basteln zu lassen und ich muss sagen, fuer einen absoluten Laien, gruselig. 😉 Nein, ich bin sehr zufrieden, weniger mit den manchmal ungewollt gestochenen Stellen aber mehr mit der Tatsache, das ich von meiner Bucket List den Punkt „einmal selber taetowieren“ streichen kann. Und … zu meiner Ueberraschung, die Stelle ist absoluter Kinderfasching, selten so wenig Aua gehabt.

Edinburgh Tattoo Convention Teil 1

am 28.-29.03.2015 fand in der Corn Exchange, die 5TH ANNUAL SCOTTISH TATTOO CONVENTION statt. Die Messe im Netz zu finden, ist schwieriger als dorthin zu kommen. Sobald Edinburgh und Tattoo in einer Suchanfrage zusammen genutzt werden, resultiert es unweigerlich in einer Flut von Ergebnissen zu der jaehrlichen Parade der Militaerkapellen.

Das Tattoo neben seiner Bedeutung „Zapfenstreich“ beim englischsprachigen Publikum, im Rest der Welt fuer „Viel Farbe in Haut“ steht, macht es nicht einfacher. Als kleine Merkhilfe fuer die kommenden Jahre, hier einfach der Link zur Koerperkunst.

Britische, da ich nicht annehme hier handelt es sich um ein lokales Phaenomen in Edinburgh, Vorstellungen von Tattoo gehen immer noch einher mit sehr traditionellen Vorstellungen von Tattookunst. Damit ist weniger das Handwerk, mehr die Umsetzung und die Motive gemeint. Wo man geht und steht, sind Trash Polka, Dotwork, Realistic der letzte Schrei, in Schottland ist es der Anker und das Segelschiff.

Dies verwunderte zumindest mich, sehr. Es ist nicht der Mangel an faehigen Kuenstlern, es ist der pure Hang zu OldSchool, Neotraditional und Patchwork, der sich bei der Kundschaft herauslesen laesst. OldSchool Tiger mit feuerroter Zunge und dann 5 cm Platz lassen und zack Segelboot und PinUp.

Das ist aber auch schon das einzige, dass die Messe auf der Insel von den kontinentalen unterscheidet, die Menschen, also der Schotte an sich ist ein absolut angenehmer und geselliger Zeitgenosse. Freundlich und gelassen und wenn es Not tut, bruellt er seiner Holden am anderen Ende der Halle noch zu, das er doch kein IRN BRU holt sondern gleich 2 Ale. Und der deutsche Tattoo-Touri grinst sich eins, weil der Dialekt einfach suuuuper ist. Selbst bei Conventions ist in Deutschland der Trend zu sehen, dass nur wenige Hals, Hand, Gesicht/Kopf taetowieren lassen, auch wenn man sehr viele sieht, es ist ein kleiner Teil. In GB ist die reine Anzahl Taetowierter ungleich hoeher (jedenfalls gefuehlt) und auch die Zahl derer, die sich an nicht verdeckbaren Koerperstellen ihre Hautkunst einbringen lassen. Ob 18 oder 68 ist egal. Gewaltige Motive von einem Schaedel mit dem Dolch sind fuer die Hand gerade recht. Eine interessante und schoene Tatsache finde ich.

Bemerkenswert war Ablauf und Durchfuehrung der Moderation. Sowohl zwischen den Shows als auch bei den Praemierungen, leistete der Moderator ganze Arbeit, so gut unterhalten will gelernt sein. Kurzweilige, spassige, gute Ansagen, schnelles Tempo, fruehe erste Contests. Warum erst Abends damit beginnen und dann 300 Preise am Stueck raus kloppen, hier wird alle 3 h was praemiert und der 1. Platz kriegt eine geile Nessie Statue, die anderen nen Tritt und dann gehts weiter im Text. Klasse Konzept, sehr gut umgesetzt.